Das ABS ist eine Sicherheitseinrichtung, die herkömmliche Hydraulik- und Druckluft- Bremsanlagen ergänzt. Es verhindert das Blockieren der Fahrzeugräder bei allen Straßenzuständen und Beladungszuständen und gewährleistet einwandfreie Fahrstabilität und Lenkfähigkeit auch bei größtmöglicher Bremswirkung. Bei älteren intakten Anlagen leuchtet die ABS-Warnlampe bis zu einer Geschwindigkeit von 5 Km/h auf, da das ABS in diesem Geschwindigkeitsbereich nicht funktionsbereit ist. Über 5 Km/h sollte die Warnlampe erlöschen, andernfalls liegt ein Fehler vor. Bei modernen ABS Anlagen wird die ABS-Anlage bereits im Stillstand überprüft, somit erlischt die Warnlampe sofort nach dem Funktions-Check, andernfalls liegt ein Fehler vor und das ABS ist nicht betriebsbereit. Auftretende Fehler, zum Beispiel zu geringe Spannung oder abgerissene Kabel, bewirken eine automatische Abschaltung des ABS, was durch Leuchten der ABS Warnlampe angezeigt wird. Die Bremsanlage arbeitet dann im Normalbetrieb. Das ABS ist bei einem 2-Achs-Fahrzeug mit drei Regelkreisen (Dreikanalsystem) oder vier Regelkreisen (Vierkanalsystem) ausgestattet. Die Raddrehzahl wird durch induktive Drehzahlfühler erfasst. Dies geschieht beim Dreikanalsystem an den Vorderrädern einzeln und für die Hinterräder gemeinsam am Differential. Beim Vierkanalsystem erfolgt dies an allen Rädern einzeln. Vorteil des ABS - kein Blockieren der Räder - Verkürzung der Bremswege, besonders bei nasser und glatter Fahrbahn - kein Schleudern des Fahrzeuges - volle Lenkfähigkeit des Fahrzeuges trotz Ausnutzung der größtmöglichen Bremswirkung. Die optimale Wirkung wird erreicht, wenn man das ABS mit der automatischen lastabhängigen Bremse (ALB) kombiniert. Ohne ALB würde zum Beispiel bei Talfahrt die teilweise entlastete Hinterachse ständig überbremst. Das ABS müsste folglich laufend regeln, was eine Überbeanspruchung der Bremse zu Folge hätte. Die Signale der Drehzahlfühler können mit Hilfe eines zusätzlichen Steuergeräts auch für die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) genutzt werden.

