C 36 AMG Limousine und T-Modell W/S 202
Hiermit sind viele herkömmlichen Sportwagen überholt

Mit dem Erscheinen des C 36 - dem ersten in der Kooperation von Mercedes-Benz und AMG entwickelten Gesamtfahrzeug - wurde die Sportwagenklasse um ein neues Konzept reicher. Schnelle, kleine, laute, harte, Sportwagen gab es schon genug. Der C 36 fährt auf einer anderen Spur. Er vereint alle Qualitäten eines Mercedes mit der Motorsport-Erfahrung eines der erfolgreichsten Tourenwagen-Rennställe: AMG. Diese Synthese ist zwar kompromisslos auf Fahrdynamik ausgelegt, eliminiert aber nicht die entlastenden Eigenschaften einer souveränen Limousine wie beispielsweise Komfort, Ergonomie, Zuverlässigkeit, Sicherheit sowie ein großzügiges Platzangebot.

High-Tech und Handarbeit

Basis für den C 36 ist die Limousine C 280 - natürlich in der "Sport"-Version - mit der bewährten 6-Zylinder Maschine und 24 Ventilen. Bei AMG wird dieser Motor völlig neu aufgebaut. Vom Zylinderkopfdeckel bis zur Ölwanne. Und zwar in der Art, wie man auch für den Motorsport herrichtet. Nicht am Fließband, sondern in zwei Tagen sorgfältiger handarbeit von hochqualifizierten Spezialisten. Der Hubraum wächst um stattliche 800 ccm auf 3,6 Liter. Dazu werden Kolbenhub und Zylinderquerschnitt vergrößert. Die fast gleichen Maße für Hub und Bohrung - also 92,4 x 91 mm - sind die idealen Voraussetzungen für ein bulliges Drehmoment, das in einem sehr breiten Drehzahlbereich verfügbar ist: Schon bei 1500/min sind es 300 NM und im Bereich von 2800 bis 5300/min mehr als 350 NM. Solch beeindruckendes Durchzugsvermögen findet man bei Saugmotoren sonst nur selten. Um Gewicht zu sparen, werden geschmiedete Slipper-Kolben aus Aluminium eingesetzt: eine extrem leichte Konstruktion mit höchster Standfestigkeit. Für die Kühlung der Kolben sorgen zusätzliche Ölspritzdüsen. Dann wird die Kurbelwelle feingewuchtet, und anschließend werden Pleuel und Kolben einzeln selektiert, um die beste Kombination für jeden Motorblock zu ermitteln. Mit dem Zylinderkopf geben sich die AMG Techniker die gleiche Mühe. Wesentlich für die Leistungsfähigkeit ist der Ladungswechsel im Zylinderkopf, also Ansaugung und Ausstoß von Luft. So gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen, die den optimalen Füllungsgrad der Zylinder möglich machen. Das fängt bei den Nockenwellen an und geht über die natriumgekühlten Ventile bis hin zur mechanischen Bearbeitung der Auslasskanäle. Dazu kommt schließlich das Gehirn des gesamten Kraftwerks: die elektronische Motorsteuerung. Ein kleiner Chip nur, in dem aber eine komplette Arbeitsanweisung für alle nur denkbaren Funktionen des Triebwerks steckt. Auf Papier gedruckt wären das etwa 200 Seiten, die auf dem Prüfstand und in der Praxis genauestens ermittelt und kontrolliert werden. Hinter dem Kürzel C 36 verbirgt sich nicht nur ein kräftiger Motor, sondern ein in allen fahrdynamischen Disziplinen speziell entwickeltes Gesamtfahrzeug mit neuem Fahrwerk, neuen Bremsen, neuer Aerodynamik. Nur das perfekte Zusammenspiel aller Komponenten ergibt einen fahrsicheren Sportwagen. Deshalb findet man im C 36 eine Bremsanlage, die den sportlichen Fahrleistungen mehr als angemessen is. An Vorder- und Hinterachse kommt eine Bremsanlage zum Einsatz, wie sie auch in den 8-Zylinder-Modellen von Mercedes-Benz eingebaut ist. Dabei wurden zum Beispiel die innenbelüfteten Bremsscheiben sowie der Vierkolben-Festsattel speziell angepasst. Das Resultat: In Verbindung mit dem relativ geringen Fahrzeuggewicht sind thermische Belastbarkeit, Standfestigkeit und Verzögerungswerte beispielhaft.

Neu im C 36: die 5-Gang Automatik

Gangwechseln, ohne zu kuppeln, wurde früher eher mit einer gemütlichen Fahrweise in Verbindung gebracht. Seitdem aber selbst in Rennwagen immer seltener ein Kupplungspedal zu finden ist, haben sich die Ansichten geändert. Und wer den C 36 fährt, wird leicht zum Automatik-Fan. Zumal die Gangwechsel so schnell und ruckfrei ausgeführt werden, wie es manuell kaum möglich ist. Erst recht mit der 5-Gang-Automatik, die ab sofort serienmäßig auch im C 36 schaltet. Dabei passt sich der Wandler der jeweiligen Fahrsituation und dem individuellen Fahrstil des Piloten an. Die Steuerelektronik des Wandlers lernt selbsttätig, ob Sie eher sportlich oder komfortabel unterwegs sind, und wählt die entsprechenden Schaltpunkte.