Technik Lexikon: W

Wechselstromzündung - (AC-Firing)

Die Airbag Gasgeneratoren werden durch Erhitzen eines Schmelzdrahtes oder einer Brennstrecke im Anzündelement (Zündpille) elektrisch gezündet. Um ungewollte Auslösung infolge von Kurzschlüssen der Zündpille mit der Bordnetzgleichspannung (Kabelbaumfehler) zu vermeiden, würde ein Zündungskonzept "Wechselstromzündung" eingeführt. Im Zündfall muss ein Kondensator, der im Zündpillenstecker elektrisch in Reihe mit der Zündpille geschaltet ist, mit ca.100 kHz auf und entladen oder umgeladen werden. Die somit erreichte Gleichstromentkopplung garantiert neben anderen Vorteilen die Kurzschusssicherheit zur Bordnetzgleichspannung sowie gegen statische Einfachfehler oder Mehrfachfehler. Es besteht zum Beispiel auch keine Gefahr einer ungewollten Auslösung, wenn nach einem Unfall ohne Airbagauslösung Insassen mit der Rettungsschere, zum Beispiel durch Lenksäulenabtrennung, aus der deformierten Fahrgastzelle befreit werden müssen.

Windschutzscheiben

Die Scheiben werden aus Flachglas gefertigt, das nach dem Floatglas-Verfahren gegossen wird. Die Schmelze erfolgt bei 1550°C, diese durchläuft eine Läuterungszone von 1500°C bis 1100°C. Die Schmelze schwimmt dann auf das sogenannte Floatbad (flüssiges Zinn) auf und wird bis auf 600°C abgekühlt. Hier entstehen die beiden planparallelen Oberflächen von sehr hoher Güte (unten Zinnbad-Oberfläche, oben Oberflächen durch Feuerpolitur). Nach anschließender Kühlzone erfolgt der Zuschnitt auf Bandmaße. Nach der Verarbeitung wird unterschieden zwischen Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und Verbund-Sicherheitsglas (VSG), das vorwiegend für Windschutzscheiben (nicht Seiten und Heckverglasung) verwendet wird. ESG-Scheiben unterscheiden sich von VSG-Scheiben durch höhere mechanische und thermische Belastbarkeit und im Bruchverhalten und Splitterverhalten. ESG-Scheiben durchlaufen einen thermischen Abschreckprozess, durch den die Oberfläche des Glases eine starke Druckvorspannung erhält. Bei Bruch zerfallen diese Scheiben in viele kleine stumpfkantige Glaskrümel. Die VSG-Scheibe bildet dagegen ein normales Splitterbild aus. Dabei bleibt die Durchsicht nach Scheibenruch besser erhalten. Hier sind zwei Glasscheiben über eine Kunststofffolie (Polyvinylbutyral) miteinander verklebt. Krümelbildung und Folienverklebung dienen der Verminderung der Verletzungsgefahr. Bei der Sekuriflex-Scheibe (Weiterentwicklung der VSG-Scheibe) ist auf der Scheibeninnenseite eine zusätzliche Kunststofffolie mit ausgezeichneten optischen und mechanischen (z.B. Abreib- und Kratzfestigkeit) Eigenschaften aufgebracht. Grün, blau oder bronzefarben eingefärbte Scheiben werden als Wärmeschutzglas eingesetzt, um die Transmission für Infrarotlicht stärker als für die kürzeren Wellenlängen zu beschränken. Allerdings geht dabei auch der Transmissionsgrad im sichtbaren Lichtbereich insgesamt von 90% auf 80% zurück. Beheizbares Sicherheitsglas: Bei beheizbarem Sicherheitsglas (ESG) werden Heizleiter im Siebdruckverfahren auf die noch nicht vorgespannte Scheibe aufgedruckt und während des Vorspann-Prozesses aufgesintert. Durch anschließende Galvanisierung werden die Heizleiter verstärkt, vergütet und gegen Umwelteinflüsse geschützt. Die so behandelten Glaszonen können durch die Heizung vor Beschlagen, bei genügend hoher Heizleistung auch vor dem Vereisen, geschützt werden. Bei der Fahrzeugpflege müssen diese Zonen vor ätzenden und scheuernden Mitteln (zum Beispiel Chlor, Ammoniak, Sand, Säuren und vor allem Ringe auf den Fingern) bewahrt werden. Bei VSG-Scheiben werden sehr dünne, kaum sichtbare Heizdrähte in Wellenlinien in die Klebefolie eingebracht. Sie werden in Reihe und/oder Parallel verschaltet, um den vorgesehenen Widerstand zu erzielen. Die dünnen Drähte ermöglichen eine noch bessere flächige Ausbildung der beheizten Zone. In allen Fällen beträgt bei PLWs die Heizleistung etwa 3 bis 5 Watt pro dm2.

Wischblätter

Wischblätter werden in Längen von 260 bis 1000mm angewandt. Anschlussmaße für die Befestigung (z.B. Haken-Steckbefestigung) sind genormt. Maßnahmen zur Überbrückung der Spiele in Einhängung und Gelenken sorgen für verschleißarmen Betrieb. Zur Verminderung des Auftriebs bei hoher Fahrgeschwindigkeit werden die Mittelbügel auf dem Rücken gelocht. In Sonderfällen werden Windleitschaufeln (Spoiler) zur Erhöhung der Anpresskraft in die Arme oder Blätter integriert.

Wischeranlagen

Anforderungen an die Wischeranlage sind - Beseitigung von Wasser, Schnee - Beseitigung von Schmutz (mineralisch, organisch, biologisch) - Betrieb bei Wärme (+80°C) und Kälte (-30°C) - Korrosionsbeständigkeit gegen Säuren, Basen, Salze (240h), Ozon (72h) - Lebensdauer 1,5 × 10 hoch 6 Wischperioden = 11.390.625 = 131,8 Tage bei einem Intervall von 1 Sekunde.

Wischgummi

Wichtigstes Element der Wischeranlage ist der Wischgummi. Belastet über die Krallen des Bügelsystems und gestützt durch Federschienen, berührt die Mikro-Doppelkante der Wischlippe mit einer Breite von 0,01 bis 0,015 mm die Scheibe. Bei Trockenreibwerten von 0,8 bis 2,5 (abhängig von der Luftfeuchte) und Nassreibwerten von 0,6 bis 0,1 (abhängig von der Reibgeschwindigkeit) muss durch richtige Paarung von Profil und technischen Eigenschaften des Gummis die Lippe im gesamten Wischfeld unter etwa 45° über die Scheibe gezogen werden.