Technik Lexikon: U

Überrollschutz - Auslösung

Der Überrollsensor erkennt einen Fahrzeugüberschlag aufgrund von Fahrzeugbeschleunigung, Fahrzeugneigung und Hinterradausfederung oder Abheben des Fahrzeugs vom Grund. Die Beschleunigung wird durch je einen Beschleunigungssensor in Fahrzeuglängsrichtung und in Fahrzeugquerrichtung für alle Richtungen erfasst. Ein Mikrocomputer quadriert und addiert die Sensorsignale und vergleicht die resultierende Beschleunigung mit der programmierten Auslöseschwelle von ca. 5g. Ein Neigungsschalter wertet die Fahrzeugneigung als zweites Auslösekriterium aus. Sobald die Fahrzeugneigung 27° erreicht oder überschreitet, und mindestens einer der beiden Hinterachsschalter als Signal für ein ausgefedertes Hinterrad geöffnet hat, erfolgt ebenfalls die Auslösung des Überrollbügels. Der Mikrocomputer und ein analoger Hardwarepfad werten die zweite Auslösebedingung redundant aus, um die Funktionssicherheit zu erhöhen.

Weitere Funktionen: Neben den Auslösefunktionen führt der Überrollsensor eine Eigendiagnose durch, die die externen Aktoren, den Hinterachsschalter, die Bordnetzspannung und die Warnlampe überprüft. Er besitzt einen nichtflüchtigen Fehlerspeicher, eine Fehleruhr und eine serielle Diagnoseschnittstelle. Im Auslösefall wird die Zentralverriegelung geöffnet. Andere Überroll- oder Umsturzdetektionskonzepte verwenden gegen die Fahrzeugachsen geneigte Libellensensoren (Wasserwagenprinzip) zur Winkelbestimmung (Wankwinkel größer/gleich 52°, Nickwinkel größer/gleich 71°) oder einen Gravitationssensor, der bei Verlust des Bodenkontaktes zur Überschlagserkennung einen Reedkontakt federunterstützt schließt.

Überschlagschutzsystem

Bei Cabriolets mit ausklappbarem Überrollbügel oder ausfahrbaren hinteren Kopfstützen lässt ein elektronisches Auslösegerät (Überrollsensor) blitzschnell die Überroll-Schutzeinrichtungen bei Fahrzeugüberschlägen ausfahren, wobei ein starker Elektromagnet eine vorgespannte Feder entriegelt. Da ein Überschlag in jeder Richtung in der Horizontalen erfolgen kann, muss der Überrollsensor in jeder Richtung reagieren.

Umweltschutz

Gesamtheit aller Maßnahmen und Bestrebungen, die dazu dienen, die natürlichen Lebensgrundlagen von Pflanze, Tier und Mensch zu erhalten bzw. ein gestörtes ökologisches Gleichgewicht der Natur wieder auszugleichen; im eigentlichen Sinne der Schutz vor negativen Auswirkungen, die von der ökonomischen Tätigkeit des Menschen, seinen technischen Einrichtungen und sonstigen zivilisatorischen Gegebenheiten ausgehen, wobei die Umweltvorsorge für die Allgemeinheit effektiver und billiger ist als nachträgliche Maßnahmen des technischen Umweltschutzes. Maßnahmen: Zum Umweltschutz gehören u.a. Maßnahmen zur Bewahrung von Boden und Wasser vor Verunreinigung durch chemische Fremdstoffe und Erdöl, durch Abwasser und durch Auslaugung abgelagerter Stoffe auf Deponien; ferner Vorschriften und Auflagen z.B. zur Erreichung größerer Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln, zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor Gefährdung durch Pflanzenschutzmittel, Maßnahmen des Immissionsschutzes, die der Verunreinigung der Luft und Rauchschäden durch Emissionen (vor allem von Industrie-Betrieben, KFZs und aus dem Wohnbereich) entgegenwirken, der Strahlenschutz während des Betriebs von Kernkraftwerken und die Lagerung von radioaktivem Abfall und der Wiedergewinnung von Abfallstoffen (Recycling). - Teilaspekte des Umweltschutzes sind in zahlreichen Gesetzen, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften des Bundes und der Länder geregelt. Durch das Gesetz zur Bekämpfung der Umweltkriminalität werden schwerwiegende Schädigungen und Gefährdungen der Umwelt mit umfassenden strafrechtlichen. Sanktionen bedroht.

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