Technik Lexikon: G

Gurtstraffer Systeme

Bei einem Frontalaufprall mit einer Geschwindigkeit von 50km/h müssen die Sicherheitsgurte eine Energie absorbieren, die in etwa so groß ist wie die kinetische Energie eines Menschen beim freien Fall aus dem 4. Stock eines Hauses. Aufgrund der Gurtlosen, des Filmspuleneffekts und der Gurtdehnung haben normale Dreipunk-Automatikgurte bei einem Frontalaufprall mit einer Geschwindigkeit von 40km/h und höher gegen feste Hindernisse nur eine begrenzte Schutzwirkung. Das Gurtstraffersystem beseitigt durch Aufrollen des Gurtbandes (da her Straffziehen der Gurte) die Gurtlose und den Filmspuleneffekt und bewirkt dadurch eine wesentliche Verbesserung der Schutzwirkung der Automatikgurte. Neben "Schultergurtstraffern" gibt es auch sogenannte "schlossstraffer". Bei diesen wird das Gurtschloss nach hinten gezogen und dadurch gleichzeitig Schulter- und Beckengurt gestrafft. Die Rückhaltewirkung und der Schutz gegen "submarining" (nach unten unter dem Gurt durchrutschen) werden durch schlossstraffer noch weiter verbessert. Optimale Schutzwirkung setzt voraus, dass die Fahrzeuginsassen nach möglichst geringer Vorverlagerung aus den Sitzen an der Fahrzeugverzögerung teilnehmen können. Dafür sorgt eine Gurtstrafferauslösung bereits bei Aufprallbeginn und stellt damit die frühestmögliche Rückhaltung der Insassen sicher. Die maximale Vorverlagerung bei gestrafften Gurten soll etwa 1cm und die mechanische Straffungsdauer 5ms bis maximal 12ms betragen. Achtung.: Es gehört nicht nur das anschnallen von Sicherheitsgurt dazu. Sondern auch die Kontrolle das der Sicherheitsgurt auch richtig sitzt. Sitzt der Gurt zu hoch und geht über den Hals, so wird die Halsschlagader bei einem Aufprall abgedrückt. Genauso schlimm ist es wenn der Gurt zu niedrig angelegt wird und "unter" der Schulter vorbeigeht. Hier entstehen in den meisten Fällen Kopfverletzungen weil der Kopf mit dem Oberkörper einen zu weiten Weg zurücklegt. Dies ist dann kein Drei-Punktgurt sonder nur mehr wie ein Beckengurt. Achten sie daher auch bei Beifahrern, ihren Kindern und Personen die nur ab und zu mit ihnen mitfahren das der Gurt richtig angelegt ist. Heutzutage können schon alle Pkw den Gurt in der Höhe verstellen sowohl bei den vorderen als auch bei den hinteren Gurten.